Corvus Corax

Den Freunden mittelalterlicher Kultur sind sie seit langem ein Begriff. Keines der namhaften Burg- oder Mittelalterfeste in Deutschland kommt ohne die musikalische Untermalung der „Kolkraben“ aus. Dass sich die schwarzen Vögel innerhalb kürzester Zeit zu einem der populärsten Acts der Szene entwickeln würden, war zunächst noch nicht zu erahnen.

Die Fachwelt schockiert, Mittelalter-Fans begeistert
Castus und Venustus (Wim), die beiden Gründungsmitglieder von Corvus Corax, kehren im Sommer 1989 der DDR via Ungarn den Rücken. Nach dem Fall der Mauer gründen die beiden gelernten Instrumentenbauer Corvus Corax. Die mittelalterliche Spielmannskunst wollen sie von Anfang an pflegen. So besteht der Sommer meist aus Konzertauftritten in ganz Europa, während der Winter dem Bibliotheksstudium auf der Suche nach mittelalterlichen Liedern vorbehalten bleibt. Als Vorlage für ihre extravaganten Kostüme dienen historische Abbildungen.
Corvus Corax verknüpfen Mittelalterliches mit traditioneller osteuropäischer Musik und modernen Rhythmen und schockieren so die akademische Musikfachwelt. Das Publikum dagegen ist von dieser Form der modern-mittelalterlichen Spielmannsmusik begeistert.

Fulminantes Werk mit Chor und Orchester
Bei ihrer Suche nach historischen Notationen stießen die Musiker immer wieder auf die Carmina Burana. Stücke aus dieser Handschriftensammlung, die sich mit den weltlichen Genüssen des Lebens befasst, dienten Corvus Corax des Öfteren als Inspiration und Interpretationsgrundlage.  Für ihr neues Studioalbum haben sich die Berliner nun voll und ganz den Schriften und Liedern der Carmina Burana gewidmet und diese fulminant mit den ihn eigenen Instrumenten und einem Orchester und Chor interpretiert. Das Ergebnis ist ein opulentes Werk zwischen Mittelalter, Klassik, Soundtrack und den typischen Corvus-Corax-Klängen.

Dudelsäcke – vom Bandgründer selbst gebaut
Markenzeichen der Gruppe sind Dudelsäcke, die nach mittelalterlichen Vorbildern von Bandgründer und Instrumentenbauer Wim konstruiert und weiterentwickelt wurden. Neben den Dudelsäcken spielen Castus, Wim, Meister Selbfried, Teufel und Ardor noch vielfältige weitere Instrumente wie beispielsweise Schalmeien, Bombarden, Zinken, Flöten, Hörner und Businen. Zum breiten Spektrum der Perkussionisten gehören unter anderem Trommeln wie die orientalische Davul, Kesselpauken, große Rahmentrommeln mit 1,20m Durchmesser, Tam Tams, Gongs und Schellen.

In Guangdong wird Corvus Corax „Cantus Buranus“ in Zusammenarbeit mit dem Sinfonie-Orchester und dem Chor der Xinghai Musikschule aufführen (Künstlerische Leitung Orchesterprobenvorbereitung: Liu Ming, Künstlerische Leitung Chorprobenvorbereitung: Victoria Vakulishyna).

14.11., 19:40 – 22:00; Große Bühne, Deutschland-Promenade

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