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Grußwort zur Ausstellung „Zeitgenössische Kunst aus Deutschland und China“ 
von Dr. Wolfgang Röhr
Datum: 28.Aug. 2009    
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Schlagworte: Station Wuhan    Kultur    Kunstausstellung    Kulturaustausch    Wolfgang Röhr    
 
Die deutsche und die chinesische Kunst haben einander in diesem und im vergangenen Jahrhundert mehr befruchtet als Vielen bewusst ist. Das gilt einmal für den Blick der chinesischen Künstler: Einflüsse von Expressionismus, Neoexpressionismus und Leipziger Schule sind dort vielfach erkennbar. Gerhard Richter, einer der vielseitigsten deutschen Künstler der Gegenwart, spielt eine besonders hervorgehobene Rolle. Aber auch die deutschen Künstler haben vom Dialog mit der chinesischen Gegenwartskunst profitiert. Manches Werk, das man heute in Deutschland sieht, verleugnet den Einfluss erfolgreicher chinesischer Künstler nicht.

Mit Bewunderung blickt der deutsche Kunstbetrieb überdies auf die vibrierende Szene in China, in der zahlreiche junge und jüngste Galerien einen vor kurzem kaum vorstellbaren Erfolg beim Publikum haben - nicht nur bei den Sammlern, sondern auch bei einer breiten kunstinteressierten Öffentlichkeit. In kaum einem anderen Land der Welt ist der Anteil der Bevölkerung, der einen regen Anteil am aktuellen Kunstgeschehen nimmt, in jüngerer Zeit so rasch gewachsen wie in China. Dass auch ein deutscher Galerist an dieser Entwicklung einen wichtigen Anteil hat, freut mich besonders.

Sergio Zevallos, „Dein Schicksal liegt in meiner Hand, mein Liebling“, FotografieBemerkenswert ist dabei, dass es nicht nur die größten Städte des Landes sind, in denen der rasche Fortschritt sich vollzieht, sondern dass auch Metropolen im Binnenland zu dieser Profilierung beitragen. Die Provinz Hubei und die Stadt Wuhan fallen dabei durch eine besonders rege Kunstszene auf. Das gilt für die vorzüglichen Ausstellungen in den großen Museen ebenso wie für kleinere Galerien.

„Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“ freut sich, zu dieser Entwicklung beitragen zu können. Schon 2007 in Nanjing waren die Ausstellungen von Werken von Markus Lüpertz, von Künstlern der Leipziger Schule und von deutschen und chinesischen Künstlern Höhepunkte. In Peking leistete die Veranstaltungsreihe 2008 mit einer, von beiden Außenministern eröffneten Ausstellung in der Nationalgalerie wiederum einen Beitrag zum Austausch.

Michael Bielicky, „Columbus 2.0“, VideoinstallationIch begrüße, dass wir nun in Wuhan mit einer weiteren großen Ausstellung über die Entwicklung moderner Strömungen in der Kunst beider Länder unterrichten und so einmal mehr zur gegenseitigen Befruchtung beitragen können. Dass diese Werkschau gerade in Wuhan stattfindet, wird der Rolle der Hauptstadt der Provinz Hubei als einer, für die Entwicklung der Kunst in China wichtigen Stadt gerecht und ist geeignet, den Blick aus dem Ausland auf die chinesische Kunstszene neu zu fokussieren.

Die Werke von über hundert Künstlern aus beiden Ländern dürften die größte Ausstellung dieser Art bisher überhaupt sein. Wir freuen uns auf einen regen Austausch der beteiligten Künstler und auf ein interessiertes und nachdenkliches Publikum, und wir hoffen, dass diese Werkschau weiter zur wechselseitigen Beeinflussung der Kunst in Deutschland und China beitragen wird.

Botschafter Dr. Wolfgang Röhr
Leiter des Arbeitsstabes Deutschland – China
Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland

20.09.-30.10.09; Wuhan Museum of Art (Google Maps) und in der Galerie der Hubei Academy of Fine Arts (Google Maps)

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