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„Wir hätten gerne noch zwei Stunden weiter gespielt.“ 
Kira im Interview
Datum: 14.Jun. 2009    
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Schlagworte: Station Shenyang   Interview   Kira   Pop   
 
Ihre Karriere begann mit einem Vorsingen bei Herbert Grönemeyer, heute begeistert sie mit ihrer Musik tausende Fans in Shenyang. Im Interview mit Deutschland-und-china.com erklärt die junge Hamburger Sängerin Kira, warum sie so gerne auf Chinesisch singt und wie sie dadurch ihre Lieder neu entdeckt.

Normalerweise sollte man als Reporter Beruf und Privatleben voneinander trennen. Heute Abend muss ich aber ein Geständnis loswerden. Ich tue das mit einer Refrainzeile meines heutigen Gastes: Wo de xin shuyu ni! Kira, mein Herz gehört dir, seitdem du dieses Lied auf Chinesisch hast übersetzen lassen.
Xie xie.

Du bist heute das zweite Mal bei „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“. Wie war der Auftritt in Shenyang, auch im Verhältnis zum letzten Mal in Guangzhou?
Nach dem letzten Mal hatten wir natürlich hohe Erwartungen. Die Leute waren so supernett und haben so viel getanzt und gekreischt. Wir haben gedacht, dass es ja nur schlechter werden kann. Aber das ist es nicht geworden. Es war superschön. Wir hätten gerne noch zwei Stunden weiter gespielt.

Es war heute Abend ein bisschen kälter als sonst. Wie waren die Leute drauf hier vorne vor der Bühne?
Für uns ist es nicht kälter. In Deutschland waren es fünfzehn Grad, als wir abgeflogen sind. Und jetzt müssen wir keine Jacke tragen. Die Stimmung war super und ich habe getanzt und gesungen und es war einfach gut.

Dein zweites Lied auf Chinesisch heißt „Sheng zai dongtian“. Es scheint, du eroberst so langsam den chinesischen Markt.
Ja, ich hätte nichts dagegen. Mir macht es unheimlich viel Spaß, auf Chinesisch zu singen. Ich hoffe halt, dass man es verstehen kann. Es hört sich wunderschön an und ich entdecke meine Musik damit selber auch ein bisschen neu.

Du hast auf deiner Homepage (kira-online.net) geschrieben, dass der Text kurzfristig reinkam und du ihn dann ein paar Stunden lang über Kopfhörer angehört hast. Hilft dir dein musikalisches Gehör dabei?
Das glaub ich schon. Sprache hat ja viel mit Musik zu tun. Gerade das Chinesische hat so viele Melodien, die wir nicht haben. Wenn man das acht, neun Stunden über Kopfhörer immer wieder von vorne anhört, gräbt sich das irgendwann doch in den Kopf ein. Dann besteht noch die Schwierigkeit, das zu singen, weil ich nie weiß, wo die Worte anfangen und aufhören.

Was entdeckst du neu an deinen eigenen Liedern, wenn du sie in einer völlig fremden Sprache singst?
In dem Moment, wo der Text chinesisch ist, falle ich auf die Melodie zurück und der Song ist nur noch das Lied und nicht mehr der Text. Dadurch entdecke ich das selber noch mal von einer neuen Seite. Es liegt eine neue Unbefangenheit darin.

Du bist das zweite Mal in China. In Kanton hast du wunderschöne Fotoshootings gemacht, die auf deiner Homepage zu sehen sind. Inwieweit ist China Teil deiner musikalischen Zukunft?
China ist so groß und so schön, ich könnte regelmäßig, fünfzehn Jahre lang, jedes Jahr wiederkommen. Ich weiß nicht, ob ich es kann. Ich werds versuchen.

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