Kontakt   Impressum
     
 
 
„Ich bin von der Gastfreundschaft überwältigt.“ 
Der Brau-Spezialist Michael Eßlinger im Interview
Datum: 1.Nov. 2009    
I    Favoriten     I     drucken     I     schließen    I     翻译为中文
Startseite > Aktuelles
Schlagworte: Station Wuhan   Michael Eßlinger   Freiberger Brauhaus AG   
 
Herr Eßlinger, was machen Sie als Brau-Spezialist und Professor der Technischen Universität Bergakademie Freiberg hier in Wuhan?
Ich wurde im Rahmen von „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“ angesprochen, einige Vorträge in Wuhan zu halten, weil es hier eine Brautechnische Akademie gibt, die auch gute Verbindungen zu Deutschland hat und wir die Bergakademie Freiberg mit ins Gespräch bringen konnten. Ich habe an der Brauchhochschule täglich zweistündige Vorträge gehalten über Themen, mit denen die Studenten hinterher in der Praxis konfrontiert sein werden, so zum Beispiel, was man bei der Verkostung von Bier beachten muss und worauf es bei der Sensorik ankommt.

Gibt es denn überhaupt eine chinesische Biertradition?
Die ersten Gründungen von Brauereien in Tsingtao, Shanghai und Peking waren alle initiiert von deutschen Braumeistern. Inzwischen ist der chinesische Biermarkt aber in der Hand von großen multinationalen Konzernen, also SAB Miller und InBev. Das sind die größten Spieler hier auf dem Markt.

Gibt es Unterschiede zur deutschen Bierbrautradition? In Deutschland gibt es nach wie vor viele kleine Privatbrauereien.
In China ist der Markt ganz anders aufgestellt. Da gibt es lediglich die großen Brauereien. Jede Entwicklung erzeugt jedoch meist eine Gegenentwicklung und, genauso wie in den USA, wo das handwerkliche Brauen praktisch wieder in Mode kam, als es nur noch vier oder fünf große Brauereien gab, werden sich auch in China Menschen selbständig machen und das Bierbrauen selbst in die Hand nehmen. Das Land ist mit 240 Mio. Hektolitern Jahresproduktion inzwischen der größte Biermarkt der Welt. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt ungefähr bei 50 Litern pro Jahr. Wenn man bedenkt, dass der Pro-Kopf-Verbrauch in Europa bei etwa 100 Litern pro Jahr liegt, sind da auch noch Zuwachsraten drin.

Was tut sich in der Bierbranche in China sonst noch?
In China haben wir bei der letzten Interbrau-Messe gesehen, dass es erste Firmen gibt, die Investitionsgüter herstellen, sich also auch als Ausrüster empfehlen um Brauereien mit Maschinentechnik auszurüsten. Ich denke, in Zukunft werden nicht nur die Konsumgüter vor Ort hergestellt werden, es wird sich auch eine entsprechende Investitionsgüterindustrie in China entwickeln.
Aktuell:Seite 1 / 2     1  2  
 
 
Aktuelles
   
Zur Promenade