Der zweite Tag der Deutschland-Promenade stand ganz im Zeichen einer Stadt: Düsseldorf. Oberbürgermeister Joachim Erwin ließ es sich nicht nehmen, am Vormittag seine Stadt persönlich vorzustellen. In seiner 20-minütigen Präsentation warb Erwin in Anwesenheit des Vizebürgermeisters der Stadt Chongqing, Zhou Mubing, für Düsseldorf als international renommierte Messe-Stadt und Verwaltungszentrum. „Düsseldorf ist nicht nur der Schreibtisch des Ruhrgebiets, sondern vieler internationaler Konzerne“, sagte Erwin. „Düsseldorf und Chongqing sind beides Branchenzentren und liegen beide am jeweils größten Fluss des Landes.“
Auf dem Rundgang durch den Düsseldorf-Pavillon betonte Vizebürgermeister Zhou die Bedeutung der Städtepartnschaft zwischen Chongqing und Düsseldorf. „Ich bin überzeugt, dass der Baum unserer Freundschaft weiter wachsen wird“, sagte Zhou.
Während die Pavillon-Besucher die preisgekrönte Architektur des Medienhafens oder Düsseldorf als Stadt der Mode und des Rechts kennenlernten, ging es im angrenzenden Drei-Schluchten-Museum um’s Geschäft. Boris Stähly und Uwe Kerkmann vom China-Kompetenzzentrum der Stadt Düsseldorf präsentierten im zweistündigen Business-Seminar „Investieren in Düsseldorf“ rund 200 chinesischen Geschäftsleuten praktische Tipps und Hinweise für einen erfolgreichen Einstieg in den deutschen Markt. „In den vier Jahren des Bestehens unseres Kompetenzzentrums ist es uns gelungen, 230 chinesische Firmen im Stadtgebiet anzusiedeln“, sagte Stähly. Robert Cao, Leiter des Düsseldorf China Center, machte in seiner Rede klar, wie wichtig das Verständnis der fremden Kultur für eine gelungene Kooperation sei und warb für Düsseldorf als geographisch günstig gelegener Stadt mit internationalem Flair, die gut auf chinesische Investoren eingestellt sei.
He Lili, Investmentberaterin aus Chongqing, ist von der Stadt am Rhein seit langem angetan: „Ich war vor 20 Jahren das erste Mal in Düsseldorf. Ich möchte vor allem meinen Kunden helfen, in Düsseldorf zu investieren, weil die Stadt sehr international ist und bereits viele chinesische Firmen dort angesiedelt sind." Für sie zähle darüber hinaus, dass die Stadt eine gute Flughafenanbindung habe und im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Städten Steuern senken würde.
Eine gänzlich andere Verbindung mit Düsseldorf hat Luo Guowen. Der pensionierte Botschaftsrat ist in Chongqing zur Schule gegangen und pflegt seit Studienzeiten eine besondere Leidenschaft für Heinrich Heine, der in der Stadt am Rhein zur Welt gekommen ist. Während des gestrigen Düsseldorf-Tages führte Luo im Kulturpavillon der Deutschland-Promenade in Leben und Werk des Dichters ein. (zum vollständigen Interview)
„Durch Heine lässt sich feststellen, dass die Deutschen ein emotional sehr komplexes Volk sind, genau wie wir Chinesen. Durch seine Gedichte sehen wir, dass die Deutschen wie die Chinesen in Bezug auf das Konzept von Gut und Böse sehr ähnlich denken.“ Für Luo ist Heinricht Heine ein besonderes Werkzeug für die weitere Entwicklung der beiderseitigen Beziehungen. "Ich arbeite daran, Heine in China weiter in die unterschiedlichsten Bereiche hineinzutragen. Ich freue mich sehr, dass Chongqing eine Städtepartnerschaft ausgerechnet mitder Heimatstadt meines Lieblingsdichters eingegangen ist", so Luo.
Auch für die Besucher des Biergartens auf dem Dalitang-Platz hielt der Tag eine Überraschung bereit. Die Stadt mit der „längsten Theke der Welt“ ließ es sich nicht nehmen, frisch gebrautes Altbier aus Düsseldorf auf die Tische zu stellen
|