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(22. Juni 2009) - Wenn sie an Deutschland denken, fallen vielen Chinesen nur Bier und Autos ein. Das soll sich ändern: Mit einem aufwändigen Projekt rückt die Bundesregierung das Deutschlandbild im Reich der Mitte in eine neues Licht.
Aus riesigen Lautsprechern dröhnt die Musik über den Platz. Dort, wo sonst Rentner morgens in aller Stille ihre Tai Qi Übungen machen, wiegen sich tausende von jungen Leuten im Takt. Die chinesischen Polizisten hinter der Absperrung gucken nervös. So etwas hat es in Shenyang noch nie gegeben: Mitten in der Sechs-Millionen-Stadt, im Zhongshan Park, ein riesiges Open-Air-Festival. Jeden Abend Musik – mal punkig und laut, mal deutsch-romantisch wie bei der Kölner Pop-Band „Klee“.
Mit lauten und leisen Tönen für Deutschland werben
Die Konzerte sind Teil der Veranstaltungsreihe „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“. Das Projekt der Bundesregierung hat bereits 2007 im südchinesischen Nanjing begonnen und macht bis 2010 in insgesamt sechs Städten halt. Jüngste Station: die nordostchinesische Stadt Shenyang, die zehn Tage lang ganz im Zeichen Deutschlands steht. Jenseits der Klischees von Lederhosen, Bier und Blaskapelle will sich Deutschland in Shenyang als „Land der Ideen“ vorstellen, als Land der Innovation, der grünen Technologie und der Zukunftsvisionen.
Über eine reine Image-Kampagne gehe das Projekt aber weit hinaus, betont Organisator Michael Kahn-Ackerman vom Goethe-Institut in Peking: „Wir stehen vor Aufgaben, die eine einzelne Nation, auch wenn sie so groß und so stark und so selbstbewusst ist wie die chinesische oder so hoch entwickelt und hoch technologisiert wie die deutsche, alleine nie werden lösen können“, so Kahn-Ackermann . Die Botschaft sei daher einfach: „Lasst uns anfangen zu lernen, wie wir miteinander erfolgreich zusammenarbeiten.“
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