Unser Logo

Gong Shaowen, emeritierter Professor am Beijing Institute of Technology und Mitglied des Seniorenverbands für Kalligraphie und Chinesische Malerei, erschuf das Logo der Veranstaltungsreihe. Professor Gong befasst sich seit seiner Kindheit mit Kalligraphie. Sein künstlerischer Ansatz ist die Verbindung von Präzision und Freiheit, von Tradition und Moderne. Professor Gong hat eine ganz persönliche Verbindung zu Deutschland, da seine beiden Schwiegersöhne und seine Enkelkinder Deutsche sind. Deutschland-und-china.com hat den Kalligraphen besucht.

Wie kam die Kooperation zwischen Ihnen und „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“ zu Stande?
Im Frühling 2007 fragte der ehemalige deutsche Botschafter in China, Dr. Volker Stanzel, ob ich für die Veranstaltungsreihe das Logo entwerfen wolle. Es gab bereits einen ersten Entwurf eines anderen Kalligraphen, die Veranstalter wollten jedoch noch ein zweites zum Vergleich haben. Überraschenderweise kam mein Design besser an und wurde als offizielles Logo festgelegt. 

Wie lange haben Sie an Ihrem Design gearbeitet?
Ich habe zwei Wochen intensiv darüber nachgedacht, bis ich zum Pinsel greifen konnte. 

Was möchten Sie mit Ihrem Logo-Design besonders hervorheben?
Ich möchte die Themen „Inspiration und Innovation“ in Deutschland und „Reform und Öffnung“ in China, die Freundschaft und Kooperation zwischen beiden Ländern zum Ausdruck bringen.

Wie wirkt sich das konkret auf Ihr Design aus?
Die Reihe behandelt das Thema „Nachhaltige Urbanisierung“, das Logo sollte daher Elemente deutscher Inspiration und Innovation enthalten und vital wirken. Die Regelschrift Kaishu kam dafür nicht in Frage. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler und Staatspräsident Hu Jintao. Für ein derart hochrangiges Programm ist auch die Grassschrift Caoshu ungeeignet. Daher habe ich mich schließlich für die Verwendung der Laufschrift Xingshu entschieden. Und um die präzise deutsche Arbeitsweise hervorzuheben, kam doch noch ein Schuss Regelschrift dazu.

Das Logo sieht wie ein Siegel aus. Wie kamen Sie auf diese Idee?
Ich habe verschiedene Versionen ausprobiert, horizontale, vertikale und diese siegelförmige Variante. Die helle Oberfläche und der natürliche Rand des Siegels lassen es seriös und dynamisch zugleich aussehen. Das entspricht der Idee der Veranstaltungsreihe.

 

Ein Siegel hat in den Augen der Chinesen einen offiziellen Charakter, eine Aura der Autorität. Was, glauben Sie, halten die Deutschen von einem Siegel?
Ausländer sehen in chinesischer Kalligraphie womöglich eher eine Form der Malerei. Wo wir  Chinesen für offizielle Anlässe eher ein Siegel benutzen, bevorzugen Ausländer die eigene Unterschrift. Ich sehe in der Veranstaltungsreihe eine wertvolle Chance, das gegenseitige Verständnis zu fördern.